Eurovision Song Contest – Top oder politisch schwierig?

Infos:

Der Eurovision Song Contest – kurz ESC – ist ein Wettbewerb, bei dem 40 Künstler aus Europa, Israel und Australien gegeneinander antreten. Künstler aus allen Ländern, die im europäischen Fernsehen vertreten sind. Die Punkte werden von einer Fachjury und dem Publikum via Online-Voting vergeben. Die Veranstaltung wird seit 1956 jährlich im Fernsehen ausgestrahlt. Das Finale hat jedes Mal Millionen von Zuschauern und Hunderttausende Fans. Deutschland hatte bisher, trotz der jährlichen Teilnahme, relativ bescheidene Platzierungen belegt (erst zwei Mal den ersten Platz). Meistens nehmen 40 verschiedene Länder teil, die dann nach und nach rausgevoted werden, so dass am Ende nur noch 25 Teilnehmer übrig sind, welche dann in dem Finale gegeneinander antreten. Letztes Jahr fand der finale Wettbewerb am 14. Mai statt. Der nächste wird vermutlich auch im Mai dieses Jahrs stattfinden.

Für mich sind diese Aspekte positiv: Der Contest vereint ganz Europa. Es werden jedes Jahr Diversität und verschiedene Kulturen gezeigt. Es gibt den gleichen Wettbewerb auch für Jugendliche unter 16 Jahren, zwar erst seit 2003, aber jährlich Freude, vor allem bei Kindern, auslöst. Die gesamten Festlichkeiten werden sowohl in großem Maße in dem Land des letztjährigen Gewinners gefeiert als auch im Fernsehen ausgestrahlt, so dass jeder Zugang hat. Jedes Jahr eine andere Stadt, in einem anderen Land, mit bunten Events rund um die Veranstaltungen herum stattfinden.

Etwas fragwürdig finde ich jedoch Folgendes: Schon länger wird darüber diskutiert, dass es sogenannte „Big Five“ gibt. Die Big Five sind die Länder, die die Hauptsponsoren des Events sind, zu ihnen gehören Deutschland, Frankreich, Spanien, England und Italien. In den früheren Jahren der Veranstaltung fühlten sich die Länder ungerecht behandelt, dass sie so viel dafür bezahlt haben und dennoch im Halbfinale rausfliegen. Also wurde 1996 eine neue Regel eingeführt: Egal, was für eine Leistung diese Länder erbringen, sie kommen ins Finale. Natürlich ist es sehr ungerecht, da manchmal die Länder der Big Five – meistens Deutschland – keine guten Lieder einbringen und daher jedes Jahr den letzten Platz belegen. Das wäre ja eigentlich kein großes Problem, würden nicht dadurch andere Kandidaten in den Vorentscheidungen rausgeworfen werden, da es nur eine begrenzte Anzahl an Teilnehmer gibt. Das Fazit: Wer braucht schon Talent, wenn man Geld hat?

Häufig werden auch die Ergebnisse sehr stark von der momentanen politischen Lage beeinflusst. Man kann sich nicht sicher sein, aber manches ist natürlich schon komisch. Beispielsweise bei dem ersten ESC nach dem Brexit, belegte England den letzten Platz mit null Punkten, das würde mich nicht wundern, wenn das Lied schlecht wäre, aber das Eigenartige ist, dass das Lied nicht mal auffällig schlecht ist. Ich würde nicht sagen, dass es gut ist, aber ich finde es jetzt auch nicht wirklich schlecht. Oder wie wir alle wissen, begann Anfang 2022 der Angriffskrieg auf die Ukraine und daraufhin gewann die Ukraine den ESC mit sehr viel Vorsprung. Wie bereits gesagt, das alles muss nichts heißen, aber es kann.

Mein Appell an euch: Bildet euch eure eigene Meinung. Ich finde es nicht schlimm, dass der Contest von der politischen Lage beeinflusst wird oder dass das Auswahlsystem ein wenig unfair ist. Für mich ist wichtig, dass alle Beteiligten und die Zuschauer Spaß haben und niemandem Schaden zugefügt wird. Schreibt doch gerne in die Kommentare, welche Meinung ihr dazu habt.

Nora

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