Berufsluft schnuppern – Praktikum im Kindergarten der besonderen Art

Eine weitere Redakteurin unseres Schülerzeitungs-Teams hat auch ihr Praktikum in einem Kindergarten absolviert und berichtet nun davon. Liest man ihren Beitrag, kann man erkenn, wie gut es einem geht, wenn man gesund ist. Aber lest selber…… 

In der Woche vor den Osterferien und in der ersten Ferienwoche (18. bis 28. März) habe ich mein Praktikum im integrativen Kindergarten „Spatzennest“ gemacht.  Dort habe ich mit den Kindern gespielt und bei Therapiestunden zugeguckt. Warum ‚Therapiestunden‘? Im Kindergarten gibt es zwei integrative Gruppen, d.h. dass in zwei von den drei Gruppen jeweils die Hälfte der Kinder eine Behinderung hat. Das sind ganz verschiedene Behinderungen, von geistigen bis zu körperlichen oder beides zusammen. Für diese Kinder gibt es eine Physiotherapie, bei der ich immer zugucken konnte. Dabei haben die Kinder die für uns einfachsten Dinge gelernt, wie zum Beispiel Treppen steigen, Farben erkennen oder mal eine Minute gar nichts sagen. Manche Kinder hatten richtig schwere Behinderungen, ein Kind zum Beispiel hatte Epilepsie.

Die schwerste Behinderung hatte ein Junge im Vorschulalter. Er konnte nicht mehr richtig gehen. Wenn er im Grundschulalter sein wird, muss er im Rollstuhl sitzen und zwischen 15 und 20 Jahren wird er sterben. Man kann diesem Jungen nur noch helfen, indem man ihn möglichst viel schult. 

Ein anderer Junge lebte in einer Phantasiewelt. Die Eltern lassen ihn vier bis fünf Stunden pro Tag Computerspiele spielen, wie zum Beispiel World of Warcraft. Der Junge ist vier Jahre alt und lebt komplett in einer Welt, in der sich alle gegenseitig erschießen. Man kann ihn fast gar nicht mehr richtig ansprechen, er hört nie zu.

Bei den Therapien dieser beiden Jungen und auch noch bei anderen Kindern, die leichtere Behinderungen haben, durfte ich zugucken und auch mithelfen. Weiterhin war ich auch in der Gruppe, in der keine integrativen Kinder sind. Die waren auch alle total süß und nett und es hat viel Spaß gemacht, mit ihnen zu spielen.

Mit den Erziehern bin ich auch gut klar gekommen, alle waren freundlich zu mir und haben mir immer alles erklärt. Weil ich das Praktikum so gut fand, habe ich dann noch die zweite Woche freiwillig gemacht. Negative Sachen über das Praktikum fallen mir gar nicht ein, nur dass es einen schon erschreckt, was für Schicksäle manche Kinder haben. Aber das gehört zum Job dazu und ich will den Kindern ja helfen. Deswegen möchte ich später auch auf jeden Fall etwas in der Richtung Physio- oder Psychotherapie machen, am liebsten auch in einem Kindergarten.

Fazit: Ich fand mein Praktikum sehr schön und würde jederzeit wieder eins im Kindergarten machen.

Lisa

Eine Antwort auf „Berufsluft schnuppern – Praktikum im Kindergarten der besonderen Art“

  1. Finde es toll, dass man die Möglichkeit bekommt in einem solchen Beruf reinzuschnuppern. Auf diese Weise kann man viel eher sehen, ob das was für einen selbst ist oder eher nicht. Die Möglichkeit des Praktikums sollte man auf jeden Fall nutzen.

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